Gestern war es soweit: nach jahrelangen Vorbereitungen gab es „in aller Stille“ (ohne Presse…) den Startschuss zum Projekt „Reaktivierung des Ur-Erbsengrabens“. Zusammen mit dem Forst Haßloch haben wir nach den Vorgaben der Wasserwirtschaft zentimetergenau ein 6 Meter langes Stahlrohr verlegt. Der Durchmesser beträgt 60 cm, das Kaliber hat immerhin stramme 900 kg Gewicht. Das Rohr stellt künftig wieder die Verbindung zwischen dem ca. im Jahr 1780 begradigten Erbsengraben und seinem ursprünglichem Verlauf, dem sog. Ur-Erbsengraben,  her. Die neue (alte) Bachtrasse hat ca. 12 km Länge.
Im letzten Schritt muss jetzt noch eine Steinschüttung im Erbsengraben plaziert werden und in das Stahlrohr wird eine Blende zur Regulierung der Wassermenge eingebaut (siehe Bilder unten). Die Halterung für die Blende wird vom Haßlocher Bauhof geliefert.


GPS-Kartierung NABU Neustadt: ehemalige Trasse eines natürlichen Fließgewässers im Schwemmfächer des Speyerbachs (ca. bis zum Jahr 1800); danach durch eine Begradigungsmaßnahme trocken gelegt. Auf Link klicken, um größere Karte mit Details anzuzeigen

Hier ein Baustellen-Zeitraffervideo (ein Bild/Sekunde, für bessere Videoqualität auf 480 p ändern, siehe Symbol „Rad“ = Qualität unter dem Video)

Beteiligte Akteure:

Forst Haßloch: Herr Kupper (Leiter), Herr Scheurer, Herr Hartmann
NABU Neustadt/Weinstr.: Ulrich Fischer (Vermessungsing.), Martin Grund (Vorsitzender NABU Neustadt/Weinstr.)
Manfred Sauter (Vorsitzender Storchenverein Lachen-Speyerdorf)

Eine gute Übersicht auf die Entstehung des Projekts gibt es unter
http://nabu-neustadt.blogspot.de/2012/11/alter-pfalzer-bachlauf-neu-entdeckt.html

Schweres Arbeitsgerät vom Haßlocher Forst
Absperrungen vorbereitet vom Haßlocher Forst

Einlaufbereich aus dem aktuellen Erbsengraben in das Verbindungsrohr (unmittelbar am Ufer der Vermessungspflock)

Im Rohr sind Gewindestangen plaziert, an denen später eine Blende zur Regelung der Wassermenge verankert wird.   

Das marode und funktionslose Verteilerbauwerk wenige Meter oberhalb unserer Baustelle. Das Bauwerk ist seit einigen Wochen auf der linken Seite unterspült.
Im Vordergrund das seit ca. 220 Jahren trocken gelegte, ursprüngliche Bachbett. Hier soll bald wieder Wasser fließen, wir können es kaum erwarten!…