Seit dem 22.8.2013 fließt das Wasser wieder im alten, reaktivierten Bachbett. Zum ersten Mal seit ca. 220 Jahren! Zusammen mit einigen Helfern und einem Praktikanten des Haßlocher Forstreviers wurden 20 Tonnen Wasserbausteine in den stark eingetieften (aktuellen) Erbsengraben eingebaut, damit der Wasserspiegel auf die genehmigte Höhe angehoben werden kann und das Wasser in das Altmäander fließen kann. Der NABU hat dabei die Baggerarbeiten durchgeführt. Anschließend wurden von uns noch an fünf Waldwegen Betonrohre frei gelegt. Die Hauptarbeiten wurden am 31.8.2013 und 1.9. mit einigen Korrekturen im Bereich der Steinschüttung abgeschlossen.

Bis zum 1.10. wurden schon ca. 34 Millionen Liter Wasser in das System eingeleitet. Immer wieder erstaunlich: in der Anfangsphase sind über 98% des Wassers im Wald versickert! Das haben unsere grob überschlägigen Messungen ergeben, die sich auch mit den Erfahrungen bei der Reaktivierung des Geinsheimer Grabensystems decken.
Die Wasserfront ist bis zum 1.10. ca. 1600 Meter weit geflossen und bewegt sich langsam aber stetig in Richtung L 530 (Geinheim-Haßloch). Bis jetzt gab es zwei Mal ein leichtes Hochwasser im Speyerbach, was sich dann auch prompt im reaktivierten Altbach abbildet: am 8.9. bewegte sich die vorderste Wasserlinie 130 Meter Richtung Osten, normalerweise kommt das Wasser täglich ungefähr nur 20 bis 40 Meter weiter voran.

Am 19.9.2013 gab es vor Ort ein Treffen mit dem Ziegenmelker-Spezialisten Hr. Hoffmann, um Konflikte für die Schutzbemühungen dieser faszinierenden Vogelart auszuschließen. Fazit: bei einem geregelten Wasserzulauf wie aktuell, der nicht zu Überschwemmungen im angrenzenden Wald führt, wirkt sich diese Maßnahme nicht unmittelbar nachteilig auf das Ziegenmelkervorkommen aus. Das größte Problem für den Fortbestand der Art im Vogelschutzgebiet waren und sind Aufforstungen mit Laubwald, da der Ziegenmelker auf sehr lichte Kiefernbestände angewiesen ist, idealerweise kombiniert mit Freiflächen.
  

   

So weit ist das Wasser bis Anfang Oktober gelaufen (gelbe Markierungen mit Datum): Eintragungen aus der Projekt-Dokumentation des NABU Neustadt/Weinstr. Links das Gewerbegebiet „Altenschemel“, oben das Haßlocher Gewerbegebiet.
Am kommenden Donnerstag folgt ein Ortstermin mit Vertretern der Gemeinde Haßloch und dem Haßlocher Revierleiter, Hr. Kupper. Dabei wird der weitere Projektablauf im Bereich östlich der L 530 besprochen. Es ist jetzt schon abzusehen, dass der Bereich „Lettenlöcher“ und der faszinierende Hufeisenteich, ein über 300 Meter langen Fließgewässer-Altarm am Fuß einer Binnendüne im Speyerbach-Schwemmfächer, künftig wieder wie früher stärker von Wasser geprägt sein wird. Der Trasse des Altbachs führt unmittelbar an den beiden Enden des sog. Hufeisenteichs vorbei.