Kleine Chronologie der laufenden Bauarbeiten

Start: Samstag (23.7.2011)

Zentrale Wasserbau-Maßnahme: Heber

Durch umfangreiche Vermessungsarbeiten haben wir folgende Höhenverhältnisse festgestellt: bei sommerlichen Niedrigwasserabflüssen (MNQ) liegt der Speyerbach-Wasserspiegel ohne Aufstau durch die Fronmühle 1,80 Meter höher als die ca. 200 Meter entfernte Grabensohle des sog. Alleegrabens, ein Hauptzubringer der früheren Geinsheimer Wiesenbewässerung. Diesen enormen Höhenunterschied wollen wir künftig für eine geregelte Wasserausleitung mit Hilfe eines Hebers nutzen. Die Heberrohre münden künftig ca. 12 m südlich des Speyerbachufers in einen Betonschacht, von dort aus fließt das Wasser durch ein 300 mm-Kanalrohr in den Alleegraben.

Die neu geschaffene Ausleitungsstelle ist ein Ersatz für die zahlreichen Bewässerungswehre am Speyerbach, die nach Auffassung der Regionalstelle Wasserwirtschaft leider nicht mehr als Wasserausleitungstelle genehmigt werden konnten.
Die Ausleitung mit Hilfe eines Hebers stellt eine nicht manipulationsfähige Form der Wasserabgabe dar, die an dieser Stelle des Speyerbaches zudem auch ohne Aufstau möglich ist. Die Durchgängigkeit des Gewässers ist daher weiterhin voll gewährleistet.

Ziel des Projekts: bessere Wasserversorgung im Bereich der Wässerwiesen-Genossenschaft Geinsheim bis zur Einmündung des Hausgrabens in den Schlaggraben (Kropsbach) sowie hydrologisch benachbarter Bereiche. Das Gebiet ist zunehmend von Austrockung geprägt.

Zuerst soll ein Teil des über 10 km langen Grabensystems ganzjährig mit einer kleinen Wassermenge beschickt werden, andere Grabenbereiche sollen für wechselfeuchte Bedingungen nur teilweise Wasser führend sein. In einer weiteren Projektphase ist vorgesehen, dass auf einer geeigneten Teilfläche die früher über viele Jahrhunderte praktizierte Wiesenbewässerung reaktiviert wird.

Weiterhin wird angestrebt, dass die Naturschutzflächen der „Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz“ südlich der Aumühle künftig gezielt mit Wasser versorgt werden können.
Info ==> Naturschutzprojekt Aumühle

Dazu wurde die letzten Tage in Eigenleistung des NABU Neustadt – repektive Martin und Ulrich, – die extra eine Woche ihres Jahres-Urlaubs für den Einsatz hergaben – ein 216 m langer Graben per Bagger ausgehoben. Unterstützt mit einem Tiefbaulaser wurden 50 cm Gefälle exakt auf 216 Meter verteilt.


Foto: letzte Baggerschaufeln nach 216 Meter. Im Hintergrund der Uferwall des Speyerbachs, der in diesem Bereich in einer künstlichen Hochlage fließt.

Heute wurden die ersten Rohre DIN-gerecht im Sandbett verlegt. Der Sand wurde uns kostenfrei von der W. Rohr GmbH & Co. KG geliefert, herzlichen Dank an Herrn Rohr!

Bis Freitag sollen die Arbeiten möglichst abgeschlossen werden.

Dank tatkräftiger Hilfe vieler Freiwilliger – zum Beispiel des Storchenvereins Lachen-Speyerdorf, einer Journalistin, einer FÖJlerin, NABU-Mitgliedern uam., kommen wir im vorgesehenen Zeitraum zügig voran.


Foto: neben der Arbeit bleibt manchmal noch etwas Zeit für Naturbeobachtung…


Vielen Dank an alle Helfer. Tut mal wieder gut, so viele begeisterte Naturschutzengagierte zu vereinen!

P. S. Pünktlich sind sie fertig geworden: am Freitag Nachmittag war alles erledigt: Graben verfüllt, alles aufgeräumt, geliehener Bagger zurück gegeben. Danke auch an die NAJU, die noch tatkräftig half!


Foto: die letzten Rohre werden verlegt


Foto: NAJU hilft beim Wiederherstellen der Böschung