Foto: Moorlandschaft – Mayener Grubenfeld

——– Original-Nachricht ——–
Betreff: FW: [HBS] Neuerscheinung: „Grüne Ökonomie. Was
uns die Natur wert ist“
Datum: Mon, 18 Jun 2012 15:37:33 +0200
Von: Umwelt aktuell Redaktion <redaktion@dnr.de>
An: DNR Redaktionsbüro Fachverteiler <info-berlin@dnr.de>

http://www.boell.de/publikationen/publikationen-boell-thema-gruene-oekonomie-14749.html

Heinrich-Böll-Stiftung – 07.06.2012

Böll Thema 1/2012:
Grüne Ökonomie – Was uns die Natur wert ist

Diese Ausgabe von Böll.Thema nimmt einen wichtigen und
besonders umstrittenen Aspekt der Grünen Ökonomie unter die
Lupe: die ökonomische Bewertung von Natur. Schützen wir sie,
indem wir ihr einen monetären Wert geben? Welche
marktbasierten Ansätze und Instrumente sind sinnvoll und
welche nicht? Und wer ist in die Entscheidungen im Natur-
und Ökosystemschutz eingebunden?

Bisher wurde die Tendenz, alle Arten von Ressourcen in
handelbare Güter zu verwandeln, viel zu wenig beachtet.
Dabei werden Böden, Wasser und Wälder immer stärker in
monetäre Kreisläufe eingebunden und ihr Warenwert wird auf
den globalen Finanzmärkten über Finanzmarktinstrumente und
-produkte wie Derivate gehandelt. Auf der Suche nach
Geldanlagemöglichkeiten sind es nicht nur die Rohstoffe und
Nahrungsmittel, sondern auch Boden und Wald, die für die
Suche nach Rendite attraktiv gemacht werden sollen.

Böll.Thema spürt neuen Trends – ob positiv oder negativ –
nach und richtet den Blick insbesondere auf die von den
Vereinten Nationen offensiv betriebene Studie „The Economics
of Ecosystems and Biodiversity“ (TEEB), die international
sehr kontrovers diskutiert wird.

Böll.Thema möchte eine nachdenkliche und differenzierte
Debatte anstoßen, denn auf der Suche nach einem Weg heraus
aus der Klima-, Ressourcen- und Armutskrise nützt es wenig,
alle Ansätze der Grünen Ökonomie und alle marktbasierten
Instrumente als „Greenwashing“ abzutun – als grünen
Kapitalismus oder gar als Wolf im grünen Schafspelz, wie das
im Vorfeld der Rio-Konferenz leider immer lauter zu hören ist.

Wenn Sie sich an der Debatte dieses Heftes beteiligen
möchten, schreiben Sie uns. Wir freuen uns über jede
Rückmeldung.

Böll Thema 1/2012: Grüne Ökonomie – Was uns die Natur wert ist
Herausgeber/in: Heinrich-Böll-Stiftung
Erscheinungsort: Berlin
Erscheinungsdatum: Juni 2012
Seiten: 37
Bereitstellungspauschale: kostenlos

Download (PDF)
http://www.boell.de/downloads/boell_thema_1_2012_gruene_oekonomie.pdf

Bestellen
www.boell.de/publikationen/publikationen-boell-thema-gruene-oekonomie-14749.html

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Inhalt

„Wir brauchen eine differenzierte Debatte“ – Editorial
Von Barbara Unmüßig

Die Kritik an Rio+20 und der Green Economy – ein Überblick
Von Barbara Unmüßig

Natur und Ökonomie: die Geschichte einer schwierigen Beziehung
Von Thomas Fatheuer

Biodiversität & Co: Ein Wegweiser durch die Begriffe der
Grünen Ökonomie
Von Thomas Fatheuer

Die Geister, die rief: Das riskante Spiel auf dem Geld- und
Finanzmarkt
Von Heike Löschmann

Von der Ökosteuer zu REDD+: Fragen und Antworten zu den
Versuchen, das Treibhaus mit Geld zu kühlen
Von Dietmar Bartz

„Wir wollen der Natur kein Preisschild umhängen“: Pavan
Sukhdev, Leiter der TEEB-Studie, im Interview
Von Barbara Unmüßig

REDD-Spezial
Was ist REDD? Der Überblick von Dietmar Bartz

„Ich habe große Hoffnung“ – ein Interview mit Paulo Moutinho
Warum REDD nicht greift – der Kommentar von Thomas Fatheuer

Zwischen Hoffnung und Furcht: Erwartungen an Rio+20
Von Jürgen Maier und Thomas Fatheuer

Kommerz oder Königsweg? Der Emissionshandel und die K-Frage
Von Tilman Santarius und Wolfgang Sterk

Geld ist nicht alles: Wie die von Frauen geleistete
Sorgearbeit für Menschen und Umwelt wirklich aufgewertet
werden kann
Von Christa Wichterich

Von wegen alternativlos: Die Commons funktionieren jenseits
von Markt und Staat
Von Silke Helfrich

Ein wenig mehr Bescheidenheit in der Ökonomik: Über die
Versuchung, Kosten-Nutzen-Kalküle über alles zu stellen
Von Konrad Ott

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« In der Ökonomik wird es als rational definiert, wenn ein
Individuum seinen Nutzen maximiert. Diese definitorische
Verbindung von Rationalität mit individueller
Nutzenmaximierung läuft auf einen intelligenten Egoismus
hinaus. Damit ließe sich Naturschutz nur dann begründen,
wenn er nützlich für lebende Egoisten wäre. Die Gefahr, die
Praxis des Naturschutzes an diese Perspektive zu binden,
versuchen Ökonomen dadurch zu entgehen, dass sie
uneigennützige („altruistische“) Präferenzen, etwa
Sympathiegefühle gegenüber Mitgliedern zukünftiger
Generationen, gelten lassen. Wer aber keine altruistischen
Präferenzen verspürt, hat auch keine entsprechende
Zahlungsbereitschaft – und braucht sie, ökonomisch gesehen,
auch nicht zu haben. Die Ökonomik bekommt daher das Problem
der Zukunftsverantwortung nicht in den Griff. »
Konrad Ott, Professor für Umweltethik an der Universität
Greifswald

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