Im Auftrag der Stadt Neustadt/Weinstraße hat der NABU Neustadt eine weitere Gabione auf einem städtischen Grundstück aufgebaut.

Neue Gabione
©Wolfram Husemann

Gabionen im Wingert – Funktion und Wert

Im Zusammenhang mit Steinmauern, Steinhaufen oder Gabionen in der Landschaft werden oft Rückzugsorte und Habitate von Reptilien, insbesondere von Eidechsen, vermutet. Die in den Wingerten am Hardtrand auf Ausgleichsflächen aufgestellten Gabionen, die in Neustadt insbesondere nördlich von Mußbach bzw. östlich von Königsbach zu finden sind, erfüllen auch noch einen anderen Zweck: sie dienen als potenzielle Brutplätze für eine in unserer Region vom Aussterben bedrohte Vogelart: dem Steinschmätzer.

Dieser sperlingsgroße Sing- und Zugvogel war früher in der Region ein häufiger Gast, ist inzwischen aber recht selten geworden. Durch das Angebot künstlich angelegter Brutplätze ist es gelungen, zwischen Neustadt und Bad Dürkheim eine nennenswerte Population von 79 nachgewiesenen Brutpaaren zu fördern. Die Neustadter Gemarkung stellt den südlichen Teil des Verbreitungsbebietes dar. Es konnten hier fünf erfolgreiche Bruten in 2019 nachgewiesen werden. Mit dem Bau zusätzlicher Gabionen sollen weitere Brutplatzangebote geschaffen werden.

Neue Gabione aus der Vogelperspektive
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