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NABU-P R E S S E D I E N S T —- NR. 32/12 —- 19.3.2012
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Umwelt/Natur

Berlin – Die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe hat 675 Hektar
Naturschutzfläche in Mecklenburg-Vorpommern von der bundeseigenen
Bodenverwertungs- und Verwaltungsgesellschaft mbH (BVVG) erworben. Sie
übernimmt damit erneut Verantwortung für Flächen des sogenannten
Nationalen Naturerbes, die aus Bundesbesitz zur dauerhaften Bewahrung an
Länder und Naturschutzstiftungen übertragen werden.

Mit 440 Hektar liegt der größte Teil der neuen Stiftungsflächen
zwischen Neukalen und Liepen im Flusstalmoor der Peene, das als eines
der größten zusammenhängenden Moorkomplexe dieser Art gilt. Da das
Wasserregime entlang der Peene noch weitgehend ungestört ist, haben sich
hier viele natürliche und naturnahe Lebensräume erhalten, in denen eine
Vielzahl an besonders geschützten und vom Aussterben bedrohten Tier- und
Pflanzenarten leben.

Die NABU-Stiftung wird ihr Flächenmanagement ganz
auf den Erhalt dieser Lebensräume und den Schutz von seltenen Arten wie
Fischotter, Biber, See- und Schreiadler, Korn- und Wiesenweihe,
Strauchbirke, Trollblume, Mehlprimel und verschiedene Orchideenarten
ausrichten. „Wir wollen dieses Naturparadies für uns und kommende
Generation bewahren“, so Christian Unselt, Vorstandsvorsitzender der
NABU-Stiftung Nationales Naturerbe.

Zusammen mit den Flächen im Peenetal erwarb die NABU-Stiftung 163
Hektar im Tollensetal sowie rund 72 Hektar im Naturschutzgebiet
Lapitz-Gevenziner Waldlandschaft. Im Tollensetal nahm die NABU-Stiftung
vor allem derzeit intensiv bewirtschaftetes Grünland auf Niedermoorböden
in ihre Obhut. Sie wird nun prüfen, wie sie die landwirtschaftliche
Nutzung dieser Niedermoorwiesen und –weiden zum Schutz von
wildlebenden Tieren, Pflanzen und Klima ausrichten kann. Auf den neuen
Stiftungsflächen in der Lapitz-Gevenziner Waldlandschaft wird die
NABU-Stiftung die forstwirtschaftliche Nutzung mittelfristig einstellen,
so dass sich dort neue Urwälder für morgen entwickeln können.

Mit dem Abschluss des Übertragungsvertrages vom 19.März gelang der
NABU-Stiftung bereits die zweite große Flächenübernahme in
Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr. Bereits am 17.Januar hatte sie
483,8 Hektar Moor- und Waldfläche entlang der Peene sowie im
Landgrabental von der BVVG erworben. Damit sind insgesamt 1.406 Hektar
des Nationalen Naturerbes in Mecklenburg-Vorpommern in die Hand der
NABU-Stiftung gelangt. Die NABU-Stiftung will 2012 die Übernahme der
Naturerbe-Flächen in Mecklenburg-Vorpommern abschließen.

Zur unentgeltlichen Übertragung von naturschutzfachlich wertvollen
Flächen aus dem Besitz des Bundes an die Länder und an
Naturschutzorganisationen bekannte sich bereits 2005 die damalige
Koalitionsregierung aus CDU/CSU und SPD. Insgesamt gehören bis zu
125.000 Hektar zu diesem sogenannten Nationalen Naturerbe. Die
NABU-Stiftung wurde im Zuge der Nominierungen als Flächenempfänger für
über 7.000 Hektar benannt.

Für Rückfragen:
Christian Unselt, Vorstandsvorsitzender NABU Stiftung Nationales
Naturerbe, Tel. 030-284984-1801.

Im Internet zu finden unter
http://naturerbe.nabu.de/projekte/flaechensicherung/flaechenuebertragung/14709.html