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NABU-P R E S S E D I E N S T —- NR. 30/12 —- 16.3.2012
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Umwelt/Kröten

Berlin – Drei Wochen nachdem sich die ersten Frösche, Molche und
Kröten aus den Winterquartieren wagten, nehmen die Wanderungen der
Amphibien zu ihren Laichgewässern aufgrund der frühlingshaften
Temperaturen deutlich Fahrt auf. Nach Einschätzung des NABU steht der
Saisonhöhepunkt kurz bevor.

Im Westen und Südwesten Deutschlands legen die Grasfrösche bereits ihre
Laichballen ab. Jetzt sagt die innere Uhr auch den Erdkröten, 2012 zum
„Lurch des Jahres“ gekürt, dass es Zeit wird, für Nachwuchs zu
sorgen. „Die Temperaturen sind schon krötengerecht, kommt in den
nächsten Tagen noch Regen hinzu, wird dies im Flachland die
Massenwanderungen in Gang bringen“, prognostizierte
NABU-Amphibienexperte Sascha Schleich.

Wo Amphibien Straßen queren, laufen die ehrenamtlichen Naturschützer
nun regelmäßig ihre nächtlichen Kontrollen, um die Tiere sicher über die
Straße zu bringen. Nicht nur das Überfahren mit den Reifen tötet die
Amphibien, es reicht bereits der Luftdruck, der bei einer
Fahrtgeschwindigkeit ab 30 Stundenkilometern entsteht.
Die Überquerung der Straßen ist in der Dunkelheit auch für die Helfer
gefährlich. Deshalb bittet der NABU die Autofahrer um besondere
Rücksicht. Krötenübergänge sind mit Warnschildern „Vorsicht
Krötenwanderung“ gekennzeichnet oder sichtbar durch die meist
grünen Zäune am Straßenrand. Mancherorts fehlen solche
Schutzmaßnahmen, hier ist erhöhte Vorsicht geboten.

Um bisher nicht betreute Krötenquerungen ausfindig zu machen, ruft der
NABU auf, überfahrene Erdkröten unter
https://www.nabu.de/tiereundpflanzen/amphibienundreptilien/news/14616.html
per Online-Formular zu melden. Obwohl die Hauptwanderung noch aussteht,
wurden bundesweit schon mehr als 3800 Verkehrsopfer registriert. „Die
Erfassung der überfahrenen Kröten dient dazu, unsere eigenen Aktivitäten
besser zu lenken und die Behörden auf Handlungsbedarf aufmerksam zu
machen. Es geht dabei nicht um möglichst hohe Opferzahlen, jede einzelne
überfahrene Erdkröte ist wichtig und kann gemeldet werden“, betonte
Sascha Schleich.

Für Rückfragen:
Sascha Schleich, Sprecher des NABU Bundesfachausschuss Feldherpetologie
und Ichthyofaunistik, Telefon: 0151-29113413, E-Mail:
sascha.schleich@amphibienschutz.de

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NABU-Pressestelle, Telefon: 0 30.28 49 84-1510, -1722, -1952
Telefax: 0 30.28 49 84-2500, E-Mail: Presse@NABU.de
Redaktion: Kathrin Klinkusch, Britta Hennigs, Jasmin Singgih