Wetzlar/Friedrichsdorf. Mit der Aktion „Lerchenfenster für Hessen“ starten der NABU Hessen und der Hessische Bauernverband ein Hilfsprogramm für die immer seltener werdende Feldlerche. „Die Feldlerchenfenster sind eine unkomplizierte Möglichkeit, dem bedrohten Sänger mit einfachen Mitteln zu helfen“, freuen sich Gerhard Eppler, Landesvorsitzender des NABU Hessen und Wolfgang Koch vom Hessischen Bauern­verband über die Naturschutzkooperation beider Verbände.

Die Feldlerche ist der Charaktervogel der offenen Kulturlandschaft. Mit Ihrem trillernden Gesang zählt sie zu den ersten Frühlingsboten in der Feldflur. Doch ihre Stimme ist heute vielerorts immer seltener zu hören. „Ihre Bestände sind in den letzten zehn Jahren um 10 bis 15 % zurück gegangen“, beschreibt der Biologe Eppler die aktuelle Situation. Deshalb wird sie auf der Roten Liste der Brutvögel Deutschlands mittlerweile als gefährdet eingestuft. In Hessen steht sie auf der Vorwarnliste.

Einfache Lösung: Feldlerchenfenster

Eine einfache und unbürokratische Lösung des Hauptproblems für den Vogel, genügend Brutplätze zu finden, bietet die Aktion „Lerchenfenster“: Mit der Anlage von kleinen Fehlstellen im Wintergetreide, den „Lerchenfenstern“, werden geschützte Brutstätten für Feldlerchen geschaffen. „Versuche in Großbritannien haben gezeigt, das solche Fenster den Bruterfolg deutlich steigern und damit zum Fortbestand der Art beitragen“, berichtet der NABU-Landesvorsitzende von bisherigen Erfahrungen.

Wolfgang Koch betont, dass der Aufwand für Landwirte verhältnismäßig gering sei: „Zwei Lerchenfenster pro Hektar mit einer Größe von jeweils ungefähr 20 Quadratmeter reichen für die Vögel aus. Sie lassen sich zudem ganz einfach durch das Anheben der Sämaschine für einige Meter anlegen.“ Auf diese Weise könne durch eine einfache Maßnahme ein großer Effekt erzielt werden.

Für den Biologen Eppler kommt hinzu, dass sich die Anlage von Feldlerchenfenstern auch positiv auf viele andere Feldtiere wie Feldhase und Rebhuhn auswirkt.

Die Aktion „Lerchenfenster für Hessen“, die ihm Rahmen der bundesweiten Kampagne „1000 Äcker für die Feldlerche“ durchgeführt wird und auf eine Rahmenvereinbarung zwischen dem Deutschen Bauernverband e.V. und dem NABU zurückgeht, bringt für Landwirte nur geringe finanzielle Einbußen mit sich. „Der Ernteausfall ist mit weniger als fünf Euro pro Hektar niedrig und der Arbeitsaufwand gering“, ergänzt Wolfgang Koch. Mit Faltblättern werden interessierte Mitglieder beider Verbände umfassend über die Natur­schutzaktion informiert.

Als Anerkennung für ihr freiwilliges Engagement erhalten teilnehmende Landwirte eine Hinweistafel zur Aufstellung am Ackerrand („Vogelfreundlicher Acker“). Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt für einen Zeitraum von zwei Jahren gefördert.