Wir Neustadter erlebten – wie unzählige Gruppen in ganz Deutschland – einen besonderen Abend in der Natur, um heimische Fledermäuse zu beobachten und einige der 23 bei uns lebenden Fledermausarten hören und erleben zu können.

Wir trafen uns am Parkplatz beim Reitklub und mussten zunächst nochmals in unsere Autos flüchten, um einen starken Regenschauer über uns ergehen zu lassen. Dann marschierten wir im Lichte der Dunkelheit los – Richtung Soldatenweiher.

Zwei NAJUler, Inga und Marcel hatten die Exkursion – wie bereits am vergangenen Donnerstag – für uns Neugierige vorbereitet. Mit Detektoren ausgestattet, die man bei der Landeszentrale in Mainz entleihen kann, machten wir uns auf den Weg, um Fledermäuse zu orten.

Am Weiher gab es eine kurze Einführung und interessante Informationen über diese Säugetierart, die Einzige, die fliegen kann. Hier einige Inhalte: Fledermäuse sind nahe mit dem Bodenbewohner Igel verwandt. Sie lieben warmes Klima, was wir in Neustadt garantiert vorweisen können. In einer einzigen Nacht können Fledermäuse bis zu 4000 Flug-Insekten fangen – aber auch Bodeninsekten in der Dunkelheit identifizieren.
Wie aber können sie diese orten? Sie benutzen dazu eine – für uns Menschen nicht hörbare – Ultraschallfrequenz, die sie aussenden, um dann auf die Reflektion der Ultraschallwellen zu reagieren. Die Ultraschall-Rufe konnten wir bei ca. 40 Kilohertz per Detektor gut hören.

Fledermäuse nutzen zur Ortung der Fressobjekte ihre großen Schalltrichter-Ohren, die selbst noch geringste Echolaute wahrnehmen. Wir konnten das schnelle Jagen der Fledermäuse sehr gut über unseren Köpfen beobachten und waren fasziniert von deren Wendigkeit und Schnelligkeit, mit der sie über uns hinwegfegten.

„Wie schwer sind die Jungen der Fledermäuse“, war eine der Fragen unserer Exkursionsleiter?

Nachdem wir schätzen durften – und dabei gar nicht so daneben lagen (5 g wurde richtig geraten) – machte uns Inga das Gewicht anhand zweier Gummibärchen praktisch deutlich.

Neben der Faszination „Fledermäuse beobachten“ entdeckten wir in dieser Nacht noch einige andere Tiere, im Weiher lebend: den eingeführten amerikanischen Krebs, der unsere heimischen Krebse bereits vernichtet hat. Außerdem kleine Fischchen, Libellen und sonstiges Getier.

Carolin, unser einziges Nesthäkchen, das an der Exkursion teilnahm, war sichtlich beeindruckt von dem Erlebten. Ich bin sicher, dies wird ihr nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Es gibt also keinen Grund, Angst oder Abscheu diesen posierlichen Tierchen gegenüber zu haben. Wir sind weder von Vampiren angefallen noch von diesen ausgesaugt worden!

Erfüllt und zufrieden traten wir dann gegen 21:30 Uhr den Heimweg an – mit neuen Erlebnissen und Eindrücken im Gepäck!

Danke Inga und Marcel für Eure kompetente Begleitung. Toll, dass es so passionierte Jugendliche – wie ihr beiden es seid – gibt, die sich die Feinheiten und Schönheiten der Natur zu eigen machen, sich informieren und auf diesem Gebiet stark ehrenamtlich engagieren. Damit sorgt ihr für den Erhalt, die Sensibilisierung und die Achtung vor den Einmaligkeiten der Naturwunder und setzt euch liebevoll dafür ein. Schön! Habt Dank!